Details
ISBN/EAN: 978-3-9898910-6-7
Einband: kartoniertes Buch
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Auflage:
1. Auflage 2026
1. Auflage 2026
Erschienen am:
08.07.2026
08.07.2026
Sprache:
Deutsch
Deutsch
Umfang:
155 S.
155 S.
Format (T/L/B):
1 x 29.7 x 21 cm
1 x 29.7 x 21 cm
Hersteller:
University of Bamberg Press
ubp@uni-bamberg.de
Feldkirchenstr. 21
DE 96052 Bamberg
University of Bamberg Press
ubp@uni-bamberg.de
Feldkirchenstr. 21
DE 96052 Bamberg
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Ein authentischer Ort?
Untersuchungen zur Holzbaracke in der Gedenkstätte Buchenwald, ihrer Bau- und Nutzungsgeschichte, Forschungen des Instituts für Archäologische Wissenschaften, Denkmalwissenschaften und Kunstgeschichte 21, FIADK
Beschreibung
Auf dem Gelände der Gedenkstätte Buchenwald befindet sich heute eine Holzbaracke, die zu Beginn der 1990er-Jahre in einem sudthuringischen Betrieb entdeckt und wenig später an ihren derzeitigen Standort transloziert wurde. Das genaue Alter und die konkrete Herkunft ihrer Einzelteile waren zum Zeitpunkt der Versetzung unklar. Heute ist die Baracke in ein mundlich wie schriftlich vermitteltes Narrativ eingebettet, das sie in ihrer Gesamtheit als architektonischen Überrest des ehemaligen Häftlingskrankenreviers inszeniert. Bei genauer Betrachtung der Substanz lassen sich formale Aspekte und Nutzungsspuren nicht mit dieser linearen Erzählung vereinen: Im Gegensatz zu den stark normierten Baracken der NS-Zeit zeigt sich diejenige in Buchenwald als heterogenes Konglomerat. Auf einer Innentur befinden sich beispielsweise gleich zwei Schriftzuge, einer davon uber Kopf, der andere stellt eine plausible Funktion im ehemaligen KZ Buchenwald in Frage. Außerdem wurde die Baracke zur Anpassung an das auf dem Gelände in Buchenwald bestehende historische Fundament um sieben Meter gekurzt. Weder vor noch nach der Translozierung der Barackeneinzelteile auf das Gelände der Gedenkstätte wurde deren tatsächlicher historischer Kontext wissenschaftlich uberpruft. Aus heute substanzorientierter denkmalpflegerischer Perspektive heraus bestand also Nachholbedarf: Die vorliegende Arbeit hat sich erstens die Rekonstruktion der Bau und Nutzungsgeschichte der Baracke, zweitens die Beleuchtung ihrer Denkmalwerdung und drittens die Bewertung der Ergebnisse hinsichtlich der Authentizitätsfrage vorgenommen. Damit soll eine Neuordnung und Vervollständigung, aber auch Korrektur der Objektgeschichte der Holzbaracke ermöglicht werden, um so ihrer Vielschichtigkeit als architektonisches Palimpsest gerecht zu werden. Eine zentrale Rolle spielt hierbei die Trennung des Konkretisierbaren von Umständen, die auch nach eingehender Recherche unscharf bleiben mussen.